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Wohin am Wochenende ?   Zu Besuch in Danzig

Ganz besonders freuen sich die Augen, wenn man die Stadt Danzig (poln. Gdansk) besucht. Diese stolze Hansestadt gehört zu den schönsten der Welt. Sie feierte 1997 ihr 1000-jähriges Bestehen. 997 wurde sie durch römische Chronisten das erste Mal schriftlich erwähnt. 1225 kamen die ersten Lübecker Kaufleute, 1308 der Ritterorden. Gegen diesen baten die Danziger 1454 um polnischen Schutz. Danzig war um 1600 die mächtigste Stadt Polens, nachdem der polnische König Sigmund August 1570 den Protestantismus offiziell erlaubte, später sogar alle Religionen, was den Zuzug kluger und intelligenter Menschen aus ganz Europa nach sich zog. Danzig entwickelte sich durch die vielfältigen Ideen dieser Menschen zu einer Stadt der Kunst und des Reich- tums, nicht zuletzt auch durch den Einfluss der Hanse. 1793 kam Danzig allerdings durch die Teilung Polens zu Preußen. Einen besonderen Status erhielt Danzig von 1920 bis 1939 als “Freie Stadt”. Der schlimmste Tag in Danzigs Geschichte war der 1. Septem- ber 1939, als dort mit dem Beschuss der Westerplatte der 2. Weltkrieg begann. 1945 wurde die Stadt nach ihrer Eroberung durch die Russen fast vollständig zerstört. Dokumente dieser grauenhaften Zeit sind heute im Danziger Rathaus zu betrachten. Danzig wurde wieder aufgebaut, stilgerecht, eine Freude für die Augen und heute ein Magnet für viele Touristen aus aller Welt. Ist doch die Patronin Danzigs Fortuna, die Glücksgöttin.

                     

Die Danziger waren immer stolz und selbstbewusst. Das beweisen die herrlichen Pa- trizierhäuser. Die mächtige Marienkirche mit ihrem wuchtigen Turm, den man über 365 Stufen besteigen kann, ist die grösste Backsteinkirche Europas. 25.000 Menschen finden zur gleichen Zeit in ihr Platz. Ihr Schiff ist 66 m lang und 30 m hoch. In einer Seitenkapelle kann man das weltberühmte Gemälde “Das jüngste Gericht” von Hans Memling aus Brügge bewundern, allerdings nur die Kopie, das Original befindet sich im Danziger Musem, in der Trinitatiskirche. Die Danziger sparten nicht mit Geld. Ihr gotisches Rathaus ist überaus prächtig gestaltet, mit kostbaren Deckenmalereien und üppigen Vergoldungen und mit Danziger Möbeln aus gedrehter Eiche und mit echten friesischen Kacheln. Das Danziger Goldwasser ist der Beweis des einstigen Reichtums dieser Stadt. Galten doch in ihr folgende Tugenden: Eintracht, Gerechtigkeit, Frömmig- keit, Vernunft und Freiheit, doch auch Ruhm, Reichtum und Frieden. Diese Tugenden sind allegorisch dargestellt und können noch heute als Skulpturen auf dem goldenen Tor in der Langgasse bewundert werden. Heute besuchen viele Touristen diese stolze und prächtige Stadt, vor allem Deutsche, die als ehemalige Flüchtlinge und Vertriebene zwischen Oder und Rhein eine neue Heimat finden mussten. So kommen sie z.B. aus Düsseldorf wie auch aus Stralsund und von Rügen, um ihre alte Heimat zu besuchen. Gern gehen sie alten Erinnerungen nach, wenn sie in den alten Gassen und entlang der  Motlau am Kantor und wieder durch das Grüne Tor auf den Langen Markt wandeln. Dort ist der berühmte Artushof in den letzten Jahren in alter Pracht restauriert worden. Vor dem goldenen Haus stehen zur Zeit Gerüste. Leider kann man nicht dem melodischen Glockenspiel des historischen Rathauses lauschen. Sein Gehwerk ist in letzter Zeit zerstört worden, weil man die Backsteinziegel des Rathauses abfräste. Es soll aber wieder repariert werden. Also muss man später wieder einmal nach Danzig fahren.

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